N A M I B I A 1999



Duene 45 bei Sossusvlei





Informationen ueber Namibia

Klima

Der ueberwiegende Teil von Namibia befindet sich im Einfluss der tropischen Sommerregen, (Ende Oktober bis Anfang April). Nur der auesserste Sueden erhaelt seine Niederschlaege von den Auslaueferen der kaplaendischen subtropischen Winterregen (Mai bis September). Die Niederschlagsmenge zeigt ein deutliches Nord-Sued-Gefaelle. In feuchten Jahren koennen im Nordosten (Caprivi) bis zu 700 mm fallen, im zentralen Bereich (um Windhoek) sind es dagegen nur 300 - 400 mm, und im Suedwestenweniger als 100 mm.

Die Hoehenlagen im Landesinneren mildern die Temperaturen, wobei in klaren Naechten im Juli/August Frost moeglich ist. In der Namib koennen Tagestemperaturen von 40 Grad auftreten, wahrend sie in der Nacht auf wenige Grad absinken.

Warme, selten heisse Tage und kuehle bis kalte Naechte (August) machen das Hochland Namibias zu einem idealen Reiseland. Schwuele tritt nur selten auf.

Land & Geographie

An der trockenen Westkueste des suedlichen Afrikas gelegen, hat Namibia zwischen Suedatlantik und Kalahari eine Gesamtflaeche von 824.292 km2, das entspricht etwa der Flaeche von Deutschland, Frankreich, Schweiz, Oesterreich und Norditalien gemeinsam. Es ist sehr duenn besiedelt und hat nur etwa 1,8 Millionen Einwohner (das ist etwa gleich viel wie in Muenchen). Namibia's Nachbarn sind im Norden Angola und Sambia, im Osten Botswana und im Sueden Suedafrika.

Im Westen des Landes erstreckt sich die Namibwueste ueber eine Strecke von 1.800 km. Die Namib ist zwischen 80 und 130 km breit und im Norden vor allem Felswueste, im Sueden dagegen vor allem Sandwueste mit Duenen mit bis zu 300 m Hoehe (siehe Titelphoto). Im Osten grenzt die grosse Randstufe mit Berglaendern an. Hier befindet sich auch der mit 2.579 m hoechste Berg des Landes, der Brandberg. Weiter landeinwaerts erstecken sich im Sueden halbwuestenhafte, in den zentralen und noerdlichen Landesteilen von Dorn- und Trockensavannen bestandene Hochlaender. Mit einer durchschnittlichen Hoehe von 1.700 m bilden sie das "Rueckgrat" des Landes. Zur Grenze nach Botswana nimmt die Hoehe auf 1.200 m ab, um in das Kalahari-Hochbecken ueberzugehen. Hier ist wegen mangelndem Oberflaechenwasser keine dauerhafte Besiedelung moeglich.

Bevoelkerung

Namibia ist ein typisch afrikanischer Vielvoelkerstaat. Das Land wird von insgesamt elf ethnischen Gruppen bewohnt. Die Regierung Namibias verfolgt eine Politik nach dem Motto - "one Namibia - one Nation", mit dem Ziel Stammesgegensaetze so gut wie moeglich aufzuheben, was jedoch letztlich vor allem den mehrheitsbringenden Volksgruppen Vor- und den kleineren Ethinien Nachteile bringt. Vor allem fuer die Unabhaengigwerdung des Staates - diese erfolgt erst 1990, als letztes afrikanisches Land - war die SWAPO (south west african people's organisation) wichtig. Sie wird vor allem von den Ovambo und Kavango unterstuetzt.

Heute leben circa 40.000 Buschmaenner in Namibia, aber nur mehr etwa 1000 gehen ihrer traditionellen Lebensweis nach, der Rest verdingt sich auf den Farmen. Sie sind jedoch im heutigen Namibia weitgehend ihrer natuerlichen Lebensgrundlagen beraubt. Eine freie Jagd ist unzulaessig und so macht man Versuche, sie als Ackerbauern sesshaft zu machen. Heute sind sie dem Verlust ihrer Kultur dadurch und den Verkauf von Souveniers an Touristen sehr nahe.

Die Nama, die sich in 14 Staemme gliedern, lebten urspruenglich als Nomaden von der Viehzucht und der Jagd. Heute sind jedoch praktisch alle 50.000 Nama sesshaft geworden und leben im Sueden Namibia's. Auch von ihnen arbeiten viele auf den Farmen der Weissen.

Mit ueber 50 % stellen die Ovambo den groessten Anteil der Bevoelkerung. Auch sie untergliedern sich in sieben Staemme. Sie leben vor allem von der Landwirtschaft und der Viehzucht, welche im Grossteil ihres Gebietes moeglich ist.

Die Himba leben im Norden Namibia's. Sie betreiben Rinderzucht und bauen etwas Mais- und Kuerbisse an. Zur Zeit leben etwa 5.000 Himba auf einer Flaeche von etwa 50.000 km2 (der Haelte der Flaeche Oesterreich's). Das ist aber aufgrund des geringen Potenzial's der Gegend nicht so viel, wie es klingt. Viele Himba kamen im Laufe des Buegerkrieges mit weissen "Errungenschaften" zusammen. In juengster Zeit nimmt nimmt Alkoholismus zu. Entgelte von Touristen fuer "Phototrophaen" duerften diesen Prozess noch beschleunigen.

Etwa 100.000 Herero leben im Land, und sind vor allem wegen der bunten Trachten ihrer Frauen auf. Sie sind klassisches Viehzuechter-Volk, und die meisten von ihnen arbeiten daher auch als geschaetzte Krafte als Viehtreiber auf den Farmen der Weissen.



Unsere Tour (in Wort und Bild)


Die Namibiatour traten wir erstmals zu viert an. Mit von der Partie waren Susi & Wolfgang, Silvia und yo. Vom 13. August bis zum 4. September hiess es knappe drei Wochen ein faszinierendes Land erkunden. Die Anreise ging von Innsbruck mit der Tyrolean nach Wien, von dort mit der Austrian Airlines nach Johannesburg (Suedafrika) und schliesslich mit der Air Namibia weiter nach Windhoek.

Dort angekommen blieben wir klarerweise erstmal in Windhoek und kamen bei Ice in einem gemuetlichen Guesthouse unter. Ziel war einmal eine Aklimatiesierung, die jedoch sofort geschafft war, da das Wetter einfach super war. Man bekam aber auch von Anfang an die Angst der Weissen Windhoek's mit, denn die meisten Hauser sind von Mauern mit Stacheldraht umgeben. Nach dem Kennenlernen der Hauptstadt und einem gemuetlichen Treffen mit Graham (den wir schon vom Toergellen her kannten), holten wir uns unser Gefahert fuer die naechsten 15 Tage. Ein Wahnsinnsgelaendewagen, mit kompletter Campingausruestung und zwei Dachzelten. Fuer die naechsten zwei Wochen legten wir nun unser Schicksal in die Haende der Frauen, die den Fahrpart uebernahmen. So ging's also los, mit unserem Gefaehrt auf die erste Teilstrecke. Erste Fahrt und gleich erster Stress. Wir wollten nach Keetmanshoop und den dortigen Koecherbaumwald im Abendlicht sehen, was uns dann Dank der Maedels auch gelang:

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Kokerboomwood

Hier blieben wir dann auch, das heisst in Keetmanshoop am hiesigen Parkplatz und probierten dort erstmals unsere Dachzelte aus. Wir hatten auch noch das Glueck und bekamen, von den Autovermietern neue Schlafsaecke und solche Naechte "fast" unter freiem Himmel auf dem Dach des Autos kann ich nur jedem empfehlen.

Am naechsten Tag ging's weiter Richtung Westen zunaechst nach Seeheim. Auch das ist sehenswert - ein gutes Hotel im Nirgendwo, wo wir wirklich sehr genial fruehstuecken konnten. Doch das eigentliche Ziel des Tages war der Fish River Canyon, der nach dem Grand Canyon weltweit der zweitgroesste ist. Unglaubliche Einblicke und wenn wir mehr Zeit gehabt haetten, dann waeren wir wohl auch ein Stueck im Canyon gewandert. So genossen wir die Aussichten bei einem gemuetlichen Picknick. Nach einem feinen Aufenthalt bei den warmen Quellen von Ai-Ais, ging's durch geniale, endlose Weiten am naechsten Tag weiter. Die Landschaft wechselte permanent ihre Farben in den verschiedensten Gelb-, Ocker-, Braun- und Grautoenen. Nun wurde Maltahoehe angesteuert, ein Ort mit dem angeblich besten Hotel in ganz Namibia. Unsere Idee war, moeglichst in der Naehe der Namibwueste zu uebernachten, um dann am naechsten Tag bald zu starten und so nicht in der groesste Hitze zu Mittag dort zu sein. Natuerlich waren wir dann ab Mittag in den Duenen von Sossusvlei, eh klar, ...

Sossusvlei - die hoechsten Duenen der Welt

Danach war noch ein langes Stueck zurueckzulegen, doch Silvia steuerte unsren Boliden souveraen durch die Namib. Irgendwo wurde es dann dunkel ...

Sunset in der Namib

Unser Ziel waren nun fuer kurze Zeit die Kuestenstaedte Walvis Bay und Swakopmund, die neben Windhoek zu den wichtigsten im Land zaehlen. Auch hier liessen wir es uns an nichts fehlen und trafen zu unserer Ueberraschung Fritz Egger (Salzburger Affronttheater), nach einem Kurztreff in Windhoek zum zweiten Mal. An der Stelle liebe Gruesse und weiter so! Gerade Kinder lassen sich leichter photographieren und zeigen, was fuer schoene Menschen die Schwarzen sind:

Kinder

Nach Swakopmund der naechste Hoehepunkt, mit dem Auto ging's zu einer der zahlreichen Robbenkolonien, nach Cape Cross. Und das stellte vor allem unsere Riechorgane auf gehoerige Belastungsproben. Nun, bei 80.000 Robben neben- und uebereinander, kommt auch ganz schoen was zusammen. Hier die Bilder:

Cape Cross

Nach dem geruchsintensiven Erlebnissen an der Atlantikkueste ging's weiter zurueck ins Landesinnere. Wir campierten und kochten (como en Austria) bei Uis Myn, und hielten zu Mittag bei der glatten und mitten aus sonst ebender Umgebung in die Hoehe ragenden Spitzkoppe, dem "Matterhorn" Namibia's. Auch zum Brandberg fuhren wir, der soll im Abendlicht kraeftig rot aufleuchten. Tat er aber bei unsrerem Besuch nicht, was uns nicht davon abhielt, den normalen Sonnenuntergang im Stile von Indien (Szene beim Strommasten) abzuwarten. Ein weiterer Hoehepunkt, wenn nicht ueberhaupt das Highlight in Namibia, der Etosha Nationalpark sollte nun erkundet werden. Etosha bedeutet in der Sprache der Ovambo soviel wie "grosser weisser Platz". Der Nationalpark bedeckt heute mit 22.000 km2 eine Flaeche, die etwa 1/4 von Oesterreich ausmacht. Dabei war der Park urspruenglich sogar 100.000 km2 gross. Wenn man drei Tage einplant, liegt man gerade richtig. Kuerzer sollte ein Aufenthalt im Park nicht sein, wenn man einigermassen Eindruecke von der gewaltigen Vielfalt des Nationalparks bekommen moechte. Insgesamt gibt es im Park drei Camps (Okaukuejo, Halali und Namutioni), und nur dort ist eine Uebernachtung moeglich. Natuerlich gilt hier wie fuer alle anderen Nationalparks in Namibia auch, dass der Aufenthalt schon lange im vorhinein beim Ministry of Environment and Tourism gebucht werden muss. Das verringert zwar einerseits die Flexibilitaet, haelt aber auch zu grossen Besucherdruck auf die empfindlichen Oekosysteme ab. Im folgendenden einige Eindruecke, die wir sammeln konnten:

Antilopen, Elefanten, Giraffen und Strausse
Loewen und Nashoerner

Im Anschluss an den grandiosen Aufenthalt im Etosha Nationalpark trennten sich unsere Wege und Wolfgang und Susi machten sich bereits auf den Weg nach Kapstadt, waehrend Silvia und ich uns Richtung Caprivistreifen aufmachten, um dort dem Mahangonationalpark einen Besuch abzustatten. Auf den ersten Blick sieht man, dass im Caprivistreifen noch der aermere Teil der Bevoelkerung lebt. Die vorher gemauerten Haueser weichen Lehmhuetten, und die Grenze zum buergerkriegsumtobten Angola ist nicht weit. Wir hatten einmal mehr Glueck im Unglueck: der Park war vorerst gesperrt, weil ein Koenig (!) im Nationalpark jagen wollte, doch am zweiten Tag wurde die Sperre aufgehoben. Was wir gesehen haben, gibt's hier ...

Mahango National Park im Caprivistreifen - ein Muss fuer den Naturfreund

Mahango war dann unsere letzte Station in Namibia, und allmaehlich hiess es Abschied von diesem herrlichen Land nehmen. Also fuhr Silvia wieder souveraen die rund 1.200 km vom Caprivistreifen zurueck. Dabei hatten wir noch ein weiteres Erlebnis der "besonderen" Art, denn ploetzlich rief sie "da lag was". Was uns natuerlich sofort umkehren liess, um das "was" zu begutachten. Was sich da sonnte, war nichts geringers wie eine schwarze Mamba, eine der giftigsten Schlangen der Welt. Leider gelang mit nur mehr ein Portrait ihres Hinterkoerpers, da sie so schnell im Dickicht verschwand. Zurueck in Windhoeck trennten wir uns von unserem genialen Jeep, der uns 15 Tage lang perfekte Dienste geleistet hatte und setzten uns dann fuer 18 Stunden in einen Bus, um ueber Nacht durch Suednamibia und Suedafrika bis nach Kapstadt zu fahren. Auch das war ein genialer Plan, denn hier laesst sich das Leben unheimlich geniessen. Untergekommen bei coolen Olli in einem eingerauchten Guesthouse genossen wir die Zeit. Susi und Wolfgang machten eine Weintour, fuer die wir leider keine Zeit mehr hatten. Gemeinsam ging's an's Cape of good Hope, und das muss man selbst erlebt haben, so laessig ist es. Natuerlich wird die ganze Stadt vom eindrucksvollen Tafelberg dominiert, den wir auch besuchten. Schlieslich ging's mit einem gecharterten Einser-Golf an die Suedkueste nach Hermanus zum Whalewatching, einem der letzten Hoehepunkte. Hier die Bilder:


Kapstadt - gemuetliche Weltstadt zum Altwerden

Und das war's dann fuer uns, eine wunderbare und herrlich interessante Reise ging zu Ende. Natuerlich gibt Namibia fuer einen Oekologen wie mich, noch etwas mehr her, begeistert aber auch jeden Photographen. Doch auch wenn man das Land als ganz normaler Touri bereist, muss es einen begeistern. Namibia mit einem Wort ist braun und beeindruckend. Natuerlich kann und darf man bei aller Begeisterung auch nicht ueber aktuelle politische Probleme hinwegsehen, wie etwa die doch im Hintergrund schwelenden Konflikte zwischen den verbliebenen Weissen und der schwarzen Mehrheit, oder den Einsatz namibischer Truppen im voellig sinnlosen Kampf von sieben Laendern auf dem Gebiet des Kongo. Zusammengefasst muss ich aber sagen, dass Namibia ein herrliches Land ist, und wahrscheinlich fuer die meisten Menschen und fuer jedes Budget viel bietet.







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