C O R S I C A 2001


Informationen ueber Corsica

Klima

Corsica ist vor allem von den Winden gepraegt. Von allen Seiten wehen waehrend des Grossteils des Jahres zahlreiche Winde. Die Sommer sind im westlichen Mittelmeer warm und regenarm, die Winter sind mild und regenreich. Baden kann man von April bis in den Oktober, wobei die Wassertemperaturen bis auf 25 Grad ansteigen. Im Winter sinken sie nie unter 10 Grad. An der Kueste koennen die Temperaturen im Sommer weit ueber 30 Grad erreichen. Zu der Zeit ist es im kuehlen und waldreichen Gebirge angenehmer. Das Gebirge ist in verschiedene Klimazonen eingeteilt.

in der ersten Gebirgsstufe bis circa 100m steigen die Niederschlaege in der Zeit von November bis Februar an. Die montane Zone von 1000 - 1800 m zeigt schon im Oktober mehr und staerkeren Regen. Ab Dezember beginnt es in den meisten Wintern zu schneien, wobei der Schneefall bis zum April andauern kann. Darueber schliesst die subalpine Stufe an, in der nur noch Buschwerk gedeiht.

Land & Geographie

Die franzoesische Region 'Corse' hat mit 8680 km2 etwa ein Zehntel der Flaeche von Oesterreich. Die Insel ist unterteilt in die Dèeüarte,emts Haute-Corse und Corse de Sud. In ersterem ist Bastia mit 39000 Einwohner die Hauptstadt, in zweiterem Ajaccio mit 53000 Einwohnern.

Corsica hat insgesamt eine 1047 km lange Kueste und misst von Norden bis in den Sueden 183 km sowie von Osten nach Westen maximal 83 km.

Bevoelkerung

Die Insel Corsica ist nur duenn besiedelt und wird aktuell von etwa 260 000 Menschen bewohnt. Damit ergibt sich eine Bevoelkerungsdichte von nur etwa 30 Einwohner pro km2, etwa einem Drittel der von Frankreich.



Meine Tour (in Wort und Bild)

Korsika war von jeher schon immer eines unserer Lieblingsziele, wobei ich schon Anfang der 80iger Jahre mit meinen Eltern zwei Mal die Inseln besuchen konnte. Und das, an das ich mich von damals erinnern konnte, war ausschlaggebend genug, mich von Silvia nicht lange ueberreden lassen zu muessen, ein weiteres Mal auf die Insel zu kommen. So buchten wir uns schon im Fruehjahr (denn sonst kann es leicht sein, das man durch die Finger schaut) die Faehrueberfahrt von Livorno (Italien) nach Bastia und besuchten die Insel von 14. - 29. Juli 2001.

Wir kamen an einem Samstag gegen Mittag in Bastia an, und das im Juli also in der absoluten Hochsaison. Taeglich werden hier tausende Auto's von Campingfreunden aus den Faehren gespuckt, wovon die meisten gleich zu einem der zahlreichen Hotels und Campingplaetze an der Ostkueste entlang der Plaine Orientale weiterfahren. Wir fuhren zuerst einmal an der Ostkueste ein Stueck auf das Cap Corse hinaus, wo wir in Erbalunga etwas assen. Hier gab's gleich die naechste Frage zu beantworten, jene nach dem Preisniveau in Corsika:

und das ist nicht ohne, etwa 30,-- oeS fuer ein Mineral und bis zu 200,-- oeS fuer Spaghetti, waren doch noch mehr als wir befuerchtet hatten. Das kommt daher, das Frankreich schon keine geringen Preise hat, und man in Corsica eben noch etwas mehr verlangt. Unser erstes Quartier fanden wir dann im Nordwesten der Insel inmitten einer der besten Weingegenden von Corsica in Patrimonio. Hier hatten wir auch Glueck, denn wir fanden ein Zimmer, das eine emigrierte Deutsche und ein Corse vermieteten und das war mit etwa 500,-- oeS im Vergleich zu den sonst ueblichen Hotelpreisen noch relativ guenstig. Da es hier sehr ruhig und nett war, und wir sogar eine eigene Kochnische hatten, entschieden wir uns, hier einmal fuer die ersten beiden Naechte zu bleiben. Ausserdem konnten wir uns hier auch sehr gut selbst versorgen.

Nachdem wir unseren ersten Abend mit dem Blick auf Patrimonio verbrachten, ging's am naechsten Tag los fuer eine Rundfahrt auf das Cap Corse, eine Gegend die touristisch relativ wenig erschlossen ist:

Nonza am Cap Corse

Tags darauf hatten wir uns dann entschieden, zuerst einmal Bastia einen Besuch abzustatten, ehe wir dann entlang der Ostkueste ein Stueck weiter Richtung Sueden fahren wollten, um dort einen Campingplatz als naechstes Basislager zu finden.

.
Bastia - 'Haupstadt' des Nordens

Unser naechster Stopp mit Campingnaechsten war die Ostkueste, wo wir in der Naehe von Prunete einen Campingplatz fanden, der uns auch gleich recht gut gefiel. Erste Sonderpruefung war aber zuerst, der erstmalige Aufbau des Zeltes, was ich klarerweise in der groessten Nachmittagshitze begann und auch bereits nach zwei Stunden fertig hatte. Von hier aus starteten wir tags darauf unsere erste Doerferfahrt, mit dem Ziel, die Gegenden Castagniccia und Casinca zu erkunden:

Szenen aus der Castagniccia

Wieder zurueck an der Ostkueste, hatten wir extremes Pech am Abend am Strand: einmal hatten wir keine Kamera mit und dann gab's einen Sonnenuntergang mit Lichterfestivals, wie ich es noch selten gesehen habe: der Himmel spielte alle Farben von Schwarz ueber Grau, Violett und Blau, saemtlichen Rot- und Orangetoenen und das Meer war von Dunkelblau bis helltuerkis und gruen gefaerbt! Das war unglaublich, aber ist leider nirgends dokumentiert!

Tags darauf entschieden wir uns dann in das Herz der Insel, nach Corte oder auf Korsisch Cortì inmitten zahlreicher Zweitausender. Corte ist die einzige Universitaetsstadt der Insel, obwohl Sie nur 6000 Einwohne zaehlt und war unter Paquale Paoli auch bereits einmal fuer 14 Jahre die Hauptstadt. Wir entschieden uns fuer eine kurze Erkundung der Stadt, die wirklich sehr gemuetlich ist und probierten hier dann auch erstmals eine 'Getraenkealternative' zur Budgetschonung aus: Pastis ein Anisschnaps der mit Wasser serviert wird ist eine willkommene Alternative und das mit Abstand billigste Getraenk auf der Karte! Am Nachmittag ging's dann los und wir machten eine kurze Wanderung in das Tavignanotal:

Tavignanotal bei Corte

Nach unserem Ausflug nach Corte ging's nun weiter ganz in den Sueden, wo wir suedwestlich von Porto-Vecchio, in dem kleinen Ort Sotta wieder ein Privatzimmer fanden, das optimal fuer uns war. Den Rest des Tages erkundeten wir dann Port-Vecchio und den dortigen Golfe de Porto-Vecchio und im Anschluss einen der schoensten Straende der ganzen Insel suedoestlich der Stadt, den Strand Palombaggia:

Strand von Palombaggia

Der naechste Tag war eingeplant, eines der 'Muss'-Ziele zu besuchen, die Stadt auf den Klippen ganz im Sueden von Korsika, Bonifacio. Einziges Manko bei unserem Besuch war boeigster Wind der am Vorabend begonnen hatte und den ganzen Tag andauerte und der ein Weitergehen ziemlich schwierig machte. Silvia und ich erkundeten zuerst Bonifacio von seinem netten Hafen aus, von wo zahlreiche Boote fuer Erkundungsfahrten starten, doch auch diese blieben an dem Tag im Hafen liegen. So gingen wir's weiter zu Fuss an und spazierten gemuetich durch die Altstadt, um schliesslich zu Fuss zum Grain de sable, dem als 'Sandkorn' bezeichneten Felsen zu gehen:

Bonifacio

Nach dem Sueden ging's dann auch schon weiter ueber die Westkueste und dort wieder zurueck in den Norden. So erkundeten wir zunaechst einmal den ganzen Suedwesten der Insel und dort das sogenannte Sartenais, mit der gleichnamigen Hauptstadt Sartenè, der 'korsischsten' aller korsischen Staedte. Im Sartenais selbst befinden sich zahlreiche Fundstellen von sogenannten 'Menhiren'. Das sind Steinfunde, die teilweise Personen mit erkennbaren Gesichtern darstellen aus der korsischen Urgeschichte. Die bekanntesten und auch touristisch gut besuchten Fundstellen sind bei Filitosa. Hier nun ein paar Bilder aus der Gegend:

Um Garbini

Nach der Erkundung des Sartenais, das wir von unserem Campingplatz in Porticcio bereisten, ging's dann am anderen Tag weiter zuerst fuer kurze Zeit nach Ajaccio, Korsikas Hauptstadt mit knapp 50 000 Einwohner und auch gleichzeitig Geburtsstadt von Napoleon Bonaparte. Wir hatten Glueck und waren schon vormittags im Zentrum, wo das Licht zum photographieren sehr angenehm und es auch noch nicht so heiss war. Am Abend fuhren wir einmal noch zurueck nach Choti Chiavari, einem kleinen Nest, auf der Suche nach einem tollen Sonnenuntergang:

Coti-Chiavari

Ein weiterer Trip und unsere Bergtour auf Korsika liess und schon um kurz vor 6:00 Uhr aufstehen und insgesamt eine Anfahrt von ueber drei Stunden in Kauf nehmen. Ueber eine gut ausgebaute Strasse ging's mitten in's Land Richtung Corti. Konkret ueber Vizzavona in etwa zwei Stunden und ab da auf einer atemberaubenden, schmalen Strecke weiter ueber Ghisoni bis hin zur Bergerie de Capanelle in einer Hoehe von 1640 m, dem Ausganspunkt unserer Wanderung auf den Monte Renoso:

Monte Renoso

Nach der Bergtour und Campingnaechten war wieder einmal Relaxen angesagt und weiter ging's damit entlang der Westkueste Richtung Norden, bis nach Sagone, wo wir uns einen gemuetlichen Bungalow checkten. Der war zwar das teuerste Quartier in ganz Korsika fuer uns, dafuer aber auch traumhaft am gleichnamigen Golfe de Sagone gelegen und erneut mit einer Kochnische ausgestattet:

Sagone

Nach Sagone ging's noch weiter in den Norden in den sehr netten und unglaublich gelegenen Ort Porto, wo wir ein letztes Mal mit dem Zelt unser Campinglager aufschlugen. Schon das Suchen eines Zeltplatzes war dort eine absolute Sonderpruefung, da der Platz total in den Hang hineingebaut ist, und so das Lenken nicht mehr wirklich einfach war. Auch von hier mussten wir natuerich das Hinterland erkunden, wo es die Moeglichkeit gibt zu Bergseen zu wandern aber auch in Fluessen zu baden!

Lac de Creno

Schon einmal in Porto angekommen, galt es natuerlich den fast beruehmtesten Kuestenabschnitt von Korsika auch naeher zu inspizieren, die sogannte Calanche, eine Formation von leuchtend roten Felsen, die kilometerlang sehr steil ins Meer abfallen und so eine atemberaubende Kulisse bilden. Einmal haben wir dafuer auch eine Bootsfahrt mitgemacht, um uns die Sache auch vom Wasser aus ansehen zu koennen. Danach ging's in einer recht langen Fahrt mit einem kurzen Stopp ueber Mittag in Calvi wieder schon fast ganz zurueck, doch wir legten auch noch einen Halt an einer der schoensten Buchten Korsikas bei Peraiola ein. Von hier kehrten wir fuer die letzten beiden Tage noch einmal zurueck in unser Ausgangsquartier bei Patrimonio.

Porto, Calvi, Peraiola und um Patrimonio

Insgesamt gesehen glaub' ich, dass man die ganze Insel ohne weiteres sechs Wochen lang bereisen kann, und immer wieder Neues entdecken wird. Die Insel lebt vor allem von seiner grossen landschaftlichen Vielfalt und das macht sie zu etwas Besonderen. Auf geringem Raum finden sich Staedte und Doerfen, Straende und Steilkueste, Zweitausender und Huegelland und eine hervorragende Kueche. Korsika ist mittlerweile relativ stark touristisch genutzt, und dennoch ist es ein Reiseziel zum Entdecken und fuer Naturinteressierte, mit zahlreichen Winkeln und ruhigen Ecken die auf Ihre Entdeckung warten.







Zurück zu den Reiseberichten!
Atrás al mayor pàgina